Senator wird integriertes Medienunternehmen

14.07.2006

- Helge Sasse stellt Strategie auf der Hauptversammlung vor

- Einstieg ins Fernsehgeschäft

- Senator wird sich im Musikmarkt etablieren

- Beteiligungen sollen ausgebaut werden Berlin

(7. Juli 2006) – Die Senator Entertainment AG (Berlin) wird zu einem integrierten Medienkonzern entwickelt. Die entsprechenden Pläne stellte der Vorstandsvorsitzende Helge Sasse am Freitag auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Berlin vor.

Das Kerngeschäft bleibt Produktion und Verleih von Kinofilmen. „Senator ist einer der großen deutschen Filmverleiher mit einem exzellenten Team, dem entsprechenden Know-how, Markbedeutung und im Verbund mit unserer Tochtergesellschaft Central Film von hervorragender Vertriebskraft“, so Sasse vor den Aktionären. Der Kinofilm werde auch künftig ein wesentlicher, „wenn nicht sogar die wesentliche Säule des Unternehmens in der Zukunft sein“.

Auf der Hauptversammlung stellte der Partner von Helge Sasse, Produzent und Senator-Vorstand Marco Weber die Filme vor, die der Senator Filmverleih über die nächsten 12 Monate starten wird. Weber stellte mit Peter Heinzemann auch den neuen Verleihchef der Senator vor: „Peter Heinzemann ist ein erfahrener und professioneller Verleihchef, der als Geschäftsführer des Senator Film Verleihs ein wichtiger Teil des neuen Senator Teams sein wird.“ Mit Christoph Müller als neuem Produktionschef habe sich Senator außerdem weiter verstärkt: „Christoph, den ich seit mehr als 15 Jahre kenne“, so Weber, „war von Anfang an unser absoluter Wunschkandidat für den Posten des Geschäftsführers Produktion; er hat ein hervorragendes Gespür für erfolgreiche Filmstoffe und hat mit Sophie Scholl zweifelsohne bewiesen, dass er auch versteht, diese erfolgreich umzusetzen.“ Müller war zuletzt Produzent und Geschäftsführer der Goldkind Film und für die Herstellung des mit einer Oscar®-Nominierung ausgezeichneten Films Sophie Scholl verantwortlich.

Erklärtes Ziel des Unternehmens sei es nach Sasse, die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden, die zur bilanziellen Überschuldung und damit zum Insolvenzantrag geführt haben. Sasse: „Wir werden uns budgetmäßig nicht mehr so exponieren, dass bei einem oder mehreren Flops gleich die ganze Firma auf dem Spiel steht. Das schließt auch so genannte Studio-Deals für hohe siebenstellige Summen aus, wenn nicht Dritte das immanente spekulative Risiko übernehmen und deshalb gerne auch in der Chance stark partizipieren können.“

Um das Unternehmen in der Liquidität zu stabilisieren und die Abhängigkeit vom volatilen Verleihgeschäft zu verringern, kündigte Sasse an, dass sich Senator künftig in anderen Medienbereichen engagieren werde. Dazu gehöre in Zukunft die TV-Produktion, das Musikgeschäft, der eigene DVD-Vertrieb sowie neue Formen der Distribution über Online-Plattformen und mobile Endgeräte. „Unser Ziel ist es, in einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren einen starken und stabilen Unterhaltungskonzern zu entwickeln."

Ausdrücklich bekannte sich der Senator-Chef zu den bestehenden Beteiligungen und hob dabei die an X-Filme ausdrücklich hervor. In der Vergangenheit war es zu Meinungsver­schiedenheiten gekommen. Sasse zeigte sich aber zuversichtlich, dass der neue Vorstand diese Störungen in konstruktiven Gesprächen wird beseitigen können.

Hintergrund

Die Senator Entertainment AG (Berlin) ist eines der führenden Medienunternehmen in Deutschland. Mit seinen Tochtergesellschaften ist es in den Geschäftsfeldern Produktion und Verleih tätig. Senator produzierte preisgekrönte Filme wie „Das Wunder von Bern“ oder „Good Bye, Lenin!“ ebenso als auch populäre Zeichentrickfilme wie "Käpt'n Blaubär", „Das kleine Arschloch“ oder "Werner - Das muß kesseln!!!". Der Senator Film Verleih wurde 1979 gegründet, sieben Jahre später folgte die Senator Film AG und 1987 die Senator Film Produktion GmbH. 2004 musste ein Insolvenzantrag für die Senator Entertainment AG wegen bilanzieller Überschuldung gestellt werden. Das Verfahren wurde im März 2006 beendet. Neue Mehrheitseigentümer sind der Medienmanager und Anwalt Helge Sasse und der Filmproduzent Marco Weber. Daneben sind mehrere strategische Investoren bei Senator Entertainment engagiert.

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Hannes Bahrmann
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